Welche Fehler eine Analyse ergeben hat und wie man sie in Zukunft beheben will, erklärt Swiss Ice Hockey in folgender Medienmitteilung:

Seit rund 20 Jahren wird im Schweizer Eishockeynachwuchs in der bestehenden Altersstruktur (U9 bis U20) ausgebildet. In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich das Eishockey jedoch stark weiterentwickelt. Durch die zunehmende Professionalisierung steigen die Ansprüche im sportlichen Bereich kontinuierlich. Auch strukturell hat die Eishockeylandschaft in der Schweiz einige Änderungen vom Spitzensport, über den Leistungssport bis hin zum Breitensport erfahren.

Zu früh, zu schmal und spätere Einstiegschancen

Eine objektive und umfassende Strukturanalyse in der Saison 2022/2023 zeigte zwar positive Trends, aber auch einige wesentliche Systemschwächen. Es wurden unter anderem die Lizenzierungen, Dropouts, Alters- und Ligastrukturen, Auswahlgefässe, Einstiegsalter und Eiszeiten in den Aktivligen, Ausbildungsinhalte oder Karriereentwicklungen bis in die NHL untersucht. Im grossen Bild zeigten sich auf der einen Seite zu frühe und fehleranfällige Selektionszeitpunkte und auf der anderen Seite immer später werdende Einstiegs-möglichkeiten ins professionelle und semiprofessionelle Eishockey. Analysen der Lizenzentwicklungen zeigten auch ein Optimierungs- und Wachstumspotenzial für den Breitensport. Um diese Schwächen zu adressieren und unsere Position im internationalen Vergleich zu stärken, wurde die Nachwuchsstrategie in enger Zusammenarbeit mit den Clubs überarbeitet.

Impact +1: Mehr als nur eine Strukturanpassung

Bereits seit der Saison 2022/2023 eingeführte Massnahmen, wie beispielsweise flexiblere Stufenübergänge, zeigten sichtbar positive Tendenzen. In den Lizenzierungen von der U9 bis zur U20 konnte Swiss Ice Hockey in der Saison 2023/2024 sowohl bei den Jungs wie auch bei den Mädchen mehrjährige Höchststände verzeichnen. Neben der Strukturanpassung, welche das Grundgerüst definiert und im Grundsatz um ein Jahr angehoben wird, wurden von der Hockeyschule bis in den professionellen Bereich verschiedene Zusatzmassnahmen definiert. Diese sollen die Qualität in der Ausbildung weiter steigern und einige wurden bereits erfolgreich eingeführt. Clubbetreuungen durch regionale Instruktoren im Kindereishockey, neue Lehrmittel in der Trainerausbildung, die «Hockey is more» Rekrutierungs- und Imagekampagne, spezifische Fördergefässe für Mädchen, Coach-Mentoring-Programme oder erweiterte internationale Agreements und eine weitere Professionalisierung der Junior National Teams sind nur ein Teil davon.

Eine gemeinsame Chance für den Breiten- und Spitzensport

Dank «Impact +1» eröffnen sich den Kindern bis zur U12 längere und flexiblere Einstiegsmöglichkeiten ins Eishockey. Mit 36 U14-Elit-Teams und 24 U16-Elit-Teams gestaltet Swiss Ice Hockey die Talentförderung ein Jahr länger, breiter und regionaler. Durch flexible Stufenübergänge und der Berücksichtigung des Entwicklungsstandes soll die Individualität und das Potenzial besser gefördert werden. Am oberen Ende der heutigen Nachwuchsstruktur, der heutigen U17 und U20 mit limitierten Ausnahmen (Overageregelungen), entstehen neu eine U18 und eine U21. Dies soll einen fliessenden Übergang in die Aktivligen auf allen Niveaus sicherstellen. Die regionalen Kooperationen und das Ausbildungskonzept FTEM nach Swiss Olympic werden weiter gestärkt.

Von dieser Anpassung erhofft sich Swiss Ice Hockey den Breiten-, Leistungs- und Spitzensport nachhaltig zu stärken. Die Anpassung folgt auf die Saison 2025/2026.

«Wir freuen uns sehr, dass «Impact +1» in sämtlichen drei Regionen angenommen wurde und danken allen Clubs für die gemeinsame und konstruktive Erarbeitung. Dies ist ein grosser und wichtiger Schritt in der Revision der Nachwuchsstrategie als Fundament des Schweizer Eishockeys», sagt Lars Weibel, Director Sport der Swiss Ice Hockey Federation.

Swiss Ice Hockey, 05.06.2024

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