8:7 Sieg in Overtime gegen die Favoriten aus der Eulachstadt
Auf dem Papier waren die Winterthurer die klaren Favoriten; 10 Punkte aus 4 Spielen und einem möglichen Kader von beinahe 40 Spielern, aus denen sie auswählen können. Unsere Junghechte gingen mit ihrem schlanken Kader mit dem Sieg gegen Chur und den ersten drei Punkten mit Ambitionen in dieses Spiel.
Im ersten Drittel spielten aber nur die Winterthurer. Andreas Zehnder wollte eine schnelle Entscheidung herbeiführen und forcierte seine beiden ersten Sturmlinien. Unsere Spieler waren zu zaghaft, spielten ohne Druck auf dem Stock und setzten ihren Körper nicht ein. Gegen die grossgewachsenen Spieler aus Winterthur waren sie auch oft immer einen Schritt zu spät und deckten die Verteidiger an der Blauen Line kaum, so dass diese Mal um Mal ungehindert gefährlich auf unser Tor schiessen konnten. Hinzu kam, dass wir zu viele Strafen – sieben alleine im ersten Drittel – nahmen, die die Eulachstätter dankend annahmen. Mit dem 4:1 nach 20 Spielminuten war das Team von Vlasti Okrucky noch gut bedient und die Winterthurer glaubten bereits an die drei Punkte für einen leichten Sieg.
Im zweiten Drittel erhöhten die Winterthur bereits nach knapp zwei Minuten auf 5:1. Das Spiel schien gelaufen zu sein. Die Winterthurer gönnten nun erstmals auch ihren dritten Block Eiszeit.
Doch plötzlich nahmen die Winterthurer viele kleine Strafen und unsere Spieler konnten mit einem einfach strukturierten, aber sehr effizienten Powerplay drei Tore erzielen und auf 4:5 verkürzen. Ein Ruck ging durch das Team und dann kam auch noch der Ausgleich zum 5.5 kurz vor dem Ende des zweiten Drittels. Das Momentum kippte auf die Seite der Junghechte!
Im dritten Drittel war das Spiel ausgeglichen. Winterthur hatte schon lange wieder auf zwei Linien reduziert und drückte auf den Sieg. Nach knapp fünf Minuten jedoch gelang nach einem rasch ausgeführten Konter der erstmalige Führungstreffer für die Junghechte! Winterthur hatte aber die passende Antwort und glich nach nur zwei Minuten aus und ging kurz darauf erneut in Führung. Die Junghechte nutzten aber eine erneute kleine Bankstrafe der Winterthurer kaltschnäuzig aus und glichen zum 7:7 aus. Ende der regulären Spielzeit.
Es ging in die Verlängerung. Aber nach bereits nach zwei Minuten kassierten wir zwei unnötige Bankstrafen. Zwei Minuten in doppelter Unterzahl in der Verlängerung. Ein gutes Boxplay und eine herausragende Torhüterin verhinderten einen Torerfolg des Gegners. Besser machte es dann unser Team und nutzte eine Strafe der Winterthurer 5 Sekunden vor Spielende mit einem sehenswerten Powerplay-Tor. Der Sieg in Overtime war perfekt.
Mitnehmen dürfen die Junghechte zwei Siege in Folge mit fünf Punkten. Erstaunlich war auch, dass sie von Drittel zu Drittel zulegen konnten und nun erfahren durften, dass sie gegen starke Teams mit dem Kollektiv bestehen und siegen können. Sie müssen sich aber auch vor Augen halten, dass Strafen wie in diesem Spiel eiskalt ausgenutzt werden; acht Tore wurden von den beiden Teams in Überzahl erzielt. Und bei nur zwei Linien tut der fehlbare Spieler seinem Team keinen Dienst.
Am kommenden Wochenende steht bereits das Derby gegen die Young Lions an. Wir können gespannt sein, wie Vlasti sein Team auf diesen starken Gegner einstellen wird.
Text. Guy Besson
7. Oktober 2018