Seit der Jahreswende scheinen Doppelrunden eine angesagte Sache zu sein in der Novizen Top Gruppe der Pikes aus Romanshorn. Zuerst mit den Luchsen aus Rheintal und nun also mit den Herisauern. Hier gleich ein „pardon“ an Herisau, denn gerne würde man auch zu deren Logo einen Bezug herstellen aber das Logo des SC Herisau lässt leider keinen klaren Rückschluss zu darüber, zu welcher Tier- bzw. Yeti-(?) Gattung sich die dortige Eishockey-Gilde zugetan fühlt 🙂
Also in Sachen Doppelrunde: die erste startete ja nicht erfolgreich. Nach einer zu langen Festtagspause waren unsere Hechte damals in Rheintal unter die Räder gekommen. Die damalige Mühe der Mannschaft führte zu keinem Lohn, das Zusammenspiel war damals noch zu zerfahren und man musste sich zuerst wieder an den normalen Match-Rhythmus gewöhnen. Schön war es dann aber zu sehen, wie sich die Pikes innert kürzester Zeit zusammenrauften und schon beim Rückspiel den Rheintalern klar aufzeigten, wer die besseren Skills und das bessere Mannschaftsgefüge hat.
Nun kam also die zweite Doppelrunde des neuen Jahrs gegen die Herisauer. Und, wie damals im Januar in Rheintal, fiel das erste Spiel zu Ungunsten der Pikes aus. Denn obwohl die Herisauer Mannschaft weniger mit spielerischen Fähigkeiten aufwarten konnte, war sie im Hinspiel in Romanshorn mental klar im Vorteil. Dank ihres wachen Auftretens und dem, na ja, sagen wir einmal „engagierten“ Verhalten ihres Coaching Staffs, überrannten die derart aufgeputschten Herisauer Yetis die Pikes auch mit etwas Glück. Letztere standen damals wie ausgebuddelte Feldmäuse in der (Eis-)Landschaft und waren nach rund zwei Dritteln einem 2:8 Rückstand ausgesetzt. Auch das Visier der Schiedsrichter schien an diesem Abend mindestens so stark verstellt, wie bei einem Obligatorischen nach drei grossen Humpen mit Korn, was dazu führte, dass insbesondere die Pikes beinahe permanent in Unterzahl spielten. Die dennoch phänomenale Aufholjagd der spielerisch und technisch klar besseren Junghechte reichte damals aber nicht mehr aus, und das Hinspiel mit den Yetis ging mit 6:8 verloren.
So – und da standen wir also diesen Mittwoch den 13., vor dem Rückspiel der zweiten Doppelrunde, deren Hinspiel in Romanshorn so arg verloren ging. Würde man (so wie damals gegen die Rheintaler Luchse) gegen die Yetis im Rückspiel das wahre Können vorführen und das Rückspiel gewinnen? Gespannt wartete eine Handvoll von Eltern und Angehörigen auf diese Antwort in der sterilen Eishalle zu Wil, deren Design an einen veterinären Operationssaal oder an die neusten Miele hightech Küchenmodelle erinnert. Und dieses Rückspiel begann im wahrsten Sinne mit einer Bombe von einer Coaching-Leistung. Stratege Okrucky mixte die Aufstellung der Pikes und griff zu einigen krassen Positions-Wechseln, wie z.B. dass Verteidiger nun plötzlich auf der Center Position und Flügel auf Verteidiger-Positionen auftauchten. Diese Massnahme hatte scheinbar eine derart nachhaltige Wirkung auf die Yetis, dass es nach etwas mehr als zehn Minuten 3:0 für die Pikes stand und der im Hinspiel noch so energiegeladene Coach der Herisauer ein Timeout fordern musste.
Die Pikes dominierten den Rest des Spiels mehr oder weniger erfolgreich. Herisau war nach dem Timeout wiederum zum Teil energischer unterwegs, die spielerischen Fähigkeiten reichten aber nicht aus, um den Pikes noch nahe zu kommen. Beim Spielstand von 4:3 für die Pikes war es wichtig, und wohl matchentscheidend, dass das 5:3 erzielt werden konnte. Ein 4:4 hätte wohl wieder die opulenten Kraftbeschwörungen des Yeti-Coaches hervorgerufen und wer weiss, was dann wieder alles geschehen wäre. Die Yetis vermochten jedoch die Pikes nicht mehr ernsthaft zu gefährden, nicht einmal ein mit Propeller-Stock angelaufener Penalty konnte gegen die starke Goalie der Pikes verwertet werden. Die Romanshorner gewannen das Rückspiel dieser zweiten Doppelrunde verdient mit 6:3.
Romanshorn, den 14.2.2019
Text: Martin Strnad